Gewicht der Trauer

Ich denke an unser Gespräch auf meinem Balkon. 

Wie ähnlich unsere Aussagen einander sind.

Deine meinen.
Meine deien.
Wie wir uns innerlich vorwerfen,
nicht lustig genug zu sein
für ein glückliches Leben.

Wie unsere Trauer uns vorgeworfen wird.
Statt das uns angeboten wird, die Last der Erfahrung uns abzunehmen.

Abzureden.

Uns ab und zu
spontan
zu umarmen,
zu halten.
Auszuhalten.

Dass das Gewicht der Vergangenheit uns drückt.
Erdrückt.
Nieder drückt.
Wegdrückt
aus dem Raum, der uns zu steht.

Der Raum, der unser Leben ist.

Depressionen sind eine harte Zuschreibung von außen,

dass nicht weniger heißt als:
du bist schuld,
du musst das tragen,
ich will damit nichts zu tun haben.

Depressionen sind ein Wort zur Ab- und Ausgrenzung.
Für: ich will nicht sehen,
Hingucken,
verstehen.

Es ist eine Fremdbezeichnung.

Und das tut weh.

Und das ist der Schmerz.

Ich denk an dich.
Und ich verspreche dir,
es wird nicht ewig so sein.

Jetzt ist es schlimm und tut weh. Aber es geht wieder.
Es ist ein Gefühl.

Nicht die Realität

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Avatar von Unbekannt

Sophia Sandmann

schreiben, um Gedanken nicht mehr mit mir herum zu tragen

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